Namen und Schicksale

Stolpersteine Roth

Lahnstraße 28

Die Synagoge und das benachbarte Gebäude Lahnstr. 28 sind die einzigen Häuser in Roth, die seit dem 18. Jahrhundert in jüdischem Besitz nachweisbar sind. Unter anderem lebte dort im 19. Jahrhundert die Familie Wäscher. Ab dem Jahr 1885 ist hier das Lebensmittelgeschäft des Baruch Nathan nachgewiesen. Dieser stammte aus Lohra; 1855 heiratete ihn in zweiter Ehe Giedel Höchster, geb. Stern. Sie hatten drei Kinder: Nathan, Marjane und Abraham. Abraham wohnte später mit seiner Frau Betty Unter der Linde 2. Die Familie Nathan blieb bis 1902 im Besitz des Hauses und des Geschäfts.

Die letzte jüdische Bewohnerin war Rahel Nathan, die im Dorf »Alt Rah« genannt wurde. Sie betrieb im Geschäft wohl außerdem eine kleine Schankwirtschaft. Aus einem Zeitzeugeninterview ist überliefert, dass »Alt Rah« sehr schlecht sah und deswegen beim Einschenken der Getränke immer mit einem Finger prüfte, ob das Glas voll war. Nach den Nathans wurden Haus und Laden Eigentum der Familie Hormel. Die Bilder stammen aus dieser Zeit und zeigen das Haus um 1920 und 1928, vor und nachdem dort umfangreichere Umbaumaßnahmen durchgeführt wurden.